Unterwegs No.6 – København
Wenn ihr Euch mal wieder eine Stadt anschauen wollt, die nicht ganz so weit weg ist – Wie wäre es da mit København?
København ist wirklich super schön! Das letzte Mal war ich mit 9 oder 10 dort. Eigentlich kann ich mich da auch an gar nicht mehr viel erinnern. Damals hat es in Strömen geregnet und wir waren im Tivoli. Das ist allerdings auch schon alles. Also war es Zeit Dänemark endlich mal wieder einen Besuch abzustatten.
Normalerweise kommt man für 39 EUR mit der Bahn von Hamburg nach København oder man bekommt das Wochenende (wie ich) zum Geburtstag geschenkt (-:
Am Freitag ging es dann vom Hamburg HBF um halb 10 mit dem ICE Richtung Norden. Nach ca. 2 Stunden erreicht man die Fähre in Puttgarden. Auf der 45-minütigen Überfahrt nach Rødby kann man sich die Zeit wunderbar an Deck oder in einem der Duty Free Shops vertreiben. Danach geht es dann zurück auf Deck3 in von dort mit dem ICE weiter über Næstved, Nykøbing Falster und Høje-Taastrup bis København.
Von dort hatten wir echt Glück. Unser Hotel Guldsmeden lag in Vesterbro, ca. 15 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt. Die Strecke konnte man also gut auch mit Backpack zu Fuß bewerkstelligen. Das Hotel war eigentlich kein typisches Hotel. Unter einem Hotel stelle ich mir ein großes Eingangstor mit protzigem Hotellogo vor, dazu eine Lobby mit Rezeption. An unserem Hotel sind wir allerdings erst 2x vorbeigelaufen, bis wir es gefunden hatten. Das Hotel lag genau an der Vesterbrogade ist allerdings etwas versteckt in einem Hinterhof. Wenn man dann erst einmal im Haus ist sieht alles nach einem netten Altbau aus. Es gibt eine kleine Rezeption mit einem Essbereich, ansonsten sind alle Zimmer über die verschiedenen Etagen verteilt. Unser Zimmer lag auf der 3. Etage mit einem Blick auf die schöne Vesterbrogade und einen Blumemladen. Das Tollste: Wir hatten ein Himmelbett! Das Zimmer war echt schnuckelig, groß genug für 2 und wirklich echt nett und mit Liebe zum Detail gestaltet. Ach ja: Sauber war es natürlich auch. Hotel Guldsmeden kann ich also für einen København-Besuch nur empfehlen. Wlan gibt es auch – kostet aber extra. Aber ich sage Euch: An so einem Wochenende ohne Internet schafft man richtig was (-:
Am Freitag haben wir dann nur schnell unser Gepäck abgeworfen und sind dann auch schon los Richtung Innenstadt. Ich glaube schon am ersten Tag haben wir die 30km Fußmarsch locker hinter uns gebracht. Als erstes sind wir über die Rathausplatz Richtung Strøget. Strøget ist die 1.1 km lange Fußgängerzone, die einmal quer durch København führt. Ich liebe es stundenlang zu shoppen. Aber auf den 1.1 km gab es wirklich kaum ein Geschäft, was mich vom Hocker gerissen hat. Ein Paar Schuhe sind es dann aber doch noch geworden (-:
Neben den normalen Shops, die es in jeder Großstatdt gibt liegt in der Strøget auch das ‘Illums Bolighus’, sowie das ’Magasin du Nord’, das größte Kaufhaus Skandinaviens. Von hier sind wir dann bis zum Kongens Nytorv gelaufen. Von dort ging es dann einmal quer durch die Stadt … anders kann ich es nicht beschreiben.
Wir sind einfach immer geradeaus, mal links mal rechts, mal durch einen Park, mal zum Wasser. Ein guter Anlaufpunkt war auf jeden Fall das Tourismuscenter gegenüber des Hauptbahnhofs. Dort gab es alle Infos, was man wo machen kann. Bike ausleihen, Canal Tour, ab ins Tivoli oder ein Zoobesuch, ins Aquarium, ich glaube für jede Sehenswürdigkeit gibt es dort einen extra Flyer (-: Wir haben uns einfach mal für 2 Stadtpläne entschieden und sind dann auch schon wieder weiter. Am ersten Abend haben wir also die komplette Innenstadt erkundet und sind dann weiter Richtung Nyhavn, “Den Lille Havfrue”, Kastellet und Schloss Amalienborg.
Also, ganz ehrlich. Die kleine Meerjungfrau ist DAS Wahrzeichen von København. Also sind wir den ganzen, weiten Weg bis dorthin gelaufen (ja, gelaufen!!), was wirklich nicht gerade um die Ecke war. Und wo war die Meerjungfrau? Auf der Expo in Shanghai. Alles, was von der Meerjungfrau zu sehen war, war eine kleine schraddelige weiße Wand mit einem Livestream auf die Expo. Aber mal ganz davon abgesehen, ich glaube man hätte sich den Weg dorthin auch getrost sparen können, wenn die Meerjungfrau auf ihrem Steinchen gesessen hätte. Ein paar Meter weiter geradeaus gibt es übrigens noch einen Outlet-Verkauf in der Langelinie Allé 50. Neben einige Sport- und Muttishops gab es auch einen Quicksilver/Roxy-Store, in dem man so lange zuschlagen kann, bis der Backpack voll oder die Kreditkarte überzogen ist.
Wenn ihr schonmal in der Richtung unterwegs seit schaut Euch unbedingt das Kastellet an. Das Kastellet ist eine der am Besten erhaltensten Festungsanlagen in Nordeuropa. Das Kastellet besteht aus einer Reihe von Gebäuden und einer ganz schnuckeligen Windmühle. Es gibt dort sogar noch einen alten Wassergraben. Kurz vor dem Kastellet steht eine Kirche (Skt. Albans Church) – die wohl schönste Kirche, die ich je gesehen habe. Wenn ihr die Kirche in keinem Reiseführer findet sucht am Besten nach nach dem Churchillparken, da solltet ihr sie finden. Im Kastellet waren wir dann mutterseelenallein, das Wetter war perfekt und außer ein paar joggenden Dänen war es mucksmäuschenstill im Sonnenuntergang. Für mich der schönste Ort in København!
Es gibt aber auch noch einen zweiten Ort, der mich total umgehauen hat. Hier waren wir dann am Samstag. Wehe, es lacht jetzt jemand. Der zweite Ort ist der Zoo (-: Mit unserer Copenhagen Card72 hatten wir freien Eintritt im Zoo København, also dachten wir, dass wir ja einfach mal für ein halbes Stündchen vorbeischauen können und uns dann auch wieder auf die Socken machen. Aber Pustekuchen. Zum Schluss haben wir echt in den Turbomodus geschaltet, um auch wirklich alles zu sehen und nicht den ganzen Tag dort zu verbringen. Die Gehege und die Wege dazwischen sind einfach mit unglaublich viel Liebe zum Detail gestaltet. Ich habe nur Vergleichsmöglichkeiten zum Berliner, wie auch zum Hamburger Zoo. Dort finde ich die Unterbringung der Tiere immer recht lieblos und Details gibt es kaum. Meistens sind die Zoos total überlaufen und ist man einmal dort gewesen, muss man auch kein zweites Mal hin. Im Zoo København war das ganz anders. Der Zoo ist nicht riesig aber einfach klein, schnuckelig, sauber und super schön und ein echtes Paradies für kleine Kinder. Es gibt Giraffen, Affen, Tiger und kleine Waschbären, es gibt ein suuuper Schmetterlingshaus und Robben, Wühlmäuse und .. ach ich glaub ich brauch gar nicht weitererzählen. Der Zoo war toll und keineswegs nur was für die kleinen Kindern, ich hab mich auch sehr wohl gefühlt (-: Wenn ihr also ein bisschen Zeit in København habt schreibt den Zoo nicht ganz unten auf Eure Liste.
Am Samstag sind wir nach dem Zoo in Richtung des alternativen Københavns, nach Nørrebro. Dort trifft sich eine bunte Szene jeglichen Alters. Zum Beispiel auf dem Sankt Hans Torv, wo die Cafés und Bars schon am Vormittag brummen. Von hier aus bietet sich ein Abstecher auf den Assistens-Friedhof an, zum Grab von H.C. Andersen. (Wir standen immerhin vor dem Friedhof, das Grab kann man ja auch im Reiseführer bestaunen dachten wir uns… ) Anschließend waren wir einfach noch ein bisschen im Viertel bummeln, vorbei an unzähligen Trödlern und Antikhändlern.
Übrigens: Wer Trödel, Kitsch, 2nd Hand und Tüddelkrams mag, der wird København liegen. København ist voll davon!!! (-:
Nach den besten Burritos in der Vesterbrogade am Abend und platten Füßen ging es dann zurück ins Hotelzimmer.
Am letzten Tag haben wir auch nochmal einiges gesehen.
Morgens gings direkt mit dem Bus und der Metro Richtung Amager Strandpark. Auf der künstlich angelegten Insel mit breitem Sandstrand kann man hier mitten im Norden Südseeatmosphäre genießen. In einer der Buchten kann man perfekt Kiten oder Surfen. Als wir dort angekommen sind mussten wir uns allerdings fast festkettet, weil es so extrem windig war. Okay, dazu war es super kalt, so dass wir den Strand einmal kurz rauf- und dann auch schon wieder runter gelaufen sind. Ich glaube im Sommer ist das wirklich ein Traumstrand!
Nach dem Strandausflug sind wir dann mit der Metro zurück Richtung Chritsianshavn. Christianshavn ist der neue In-Szenebezirk von København. Am dem Kanal liegen urige Hausboote und kleine Kutter vor Anker, alles hat uns ein bisschen an die HafenCity in Hamburg erinnert, nur eben ein bisschen kleiner, ein bisschen viel kleiner. An beiden Ufern ist Bummeln und Entspannen angesagt. Bis in den späten Abend hinein kann man hier den Sommer genießen, mit Pizza aus dem Karton auf der Kaimauer oder bei leckeren Cocktails. Von hier sind wir dann direkt weiter zum wohl schrecklichsten Erlebnis an diesem Wochenende: Der Frelsers Kirke. Die große Barockkirche ist eine der größtenTouristenattraktionen Københavns. Die Kirche kann man bis zur Turmspitze hinaufklettern. Solange man im Inneren ist, ist das alles kein Auftrag. Ein bisschen eng, ein bisschen zugig aber gut auszuhalten. Allerdings hat die Kirche eine gewundene Turmspitze, die man bis ganz nach oben hinaufklettern kann. Draußen! Bei Wind und Wetter. Um ehrlich zu sein habe ich es bis auf die erste Aussichtsplattform geschafft, habe 3 panische Fotos geschossen und war dann schneller wieder unten, als ich bis 3 zählen konnte (-: Ein wirklich toller Ausblick, den man ohne Höhenangst bestimmt auch gut genießen kann!
Nach Christianshavn haben wir noch einen kurzen Abstecher in den kleinen Park am Nørreport gemacht und haben dann die letzte Stunde vor Abfahrt in einem kleinen Café ausklingen lassen und die letzten Kronen auf den Kopf gehaun.
Eigentlich klingt das, als hätten wir fast nichts gesehen, wenn man das so liest. Eigentlich! Denn uneigentlich haben wir alle Wege zu Fuß zurückgelegt und waren glaub ich an den kleinsten und verwinkelsten Ecken in København. Wir waren natürlich auch am Schloss Amalienborg, wir sind Boot gefahren und sind mit dem City Circle die komplette Stadt abgefahren. Wir waren in den Luxusgegenden und in den richtig schraddeligen Vierteln. Wir haben natürlich auch die Börse (Børsen) gesehen, waren auf dem Rådhus, dem Rathausplatz und wir waren am Rundetårn. Aber wenn ich das alles aufzählen würde .. wäre ich morgen nicht fertig (-:
Also kann ich nur sagen: København ist wirklich keine große Stadt, wenn man sie mit Berlin oder Hamburg vergleicht. Es gibt allerdings unglaublich viel zu sehen und zu bestaunen. Für einen Wochenendtrip ist ein Besuch von København einfach optimal, die Stadt ist großartig!
Eins darf man allerdings nicht vergessen: København ist keine ganz günstige Stadt. Brunch für 30 EUR, ein Bier für 10 EUR aber wenn man sich gut umschaut, findet man auch gute Möglichkeiten um zu sparen. Die Copenhagen Card hat sich als wirklich super herausgestellt. Man hat einfach zu ganz vielen Sehenswürdigkeiten freien Eintritt, man fährt Bus, Bahn und Metro umsonst und für uns hat sie sich wirklich gelohnt.
Ah ja eins noch. Wieso ich nichts zum Tivoli geschrieben habe? Das Tivoli hatte zu. Halloween Vorbereitungen :-(
Ansonsten kann ich nur sagen: vi ses i København!







Toll war´s … (: