Unterwegs No.9 – Heiße Ecke
Krank zu Hause liegen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken, aber so hab ich wenigstens mal Zeit auch ein paar Sachen zu verbloggen, das hat doch auch was für sich (-:
Zu Nikolaus habe ich 2 Karten für die “Heiße Ecke” geschenkt bekommen, was ich mir dann vor ca. 3 Wochen zusammen mit meinem Freund angeschaut habe. Die Nicht-Hamburger unter Euch haben davon bestimmt noch nichts gehört, oder? Die “Heiße Ecke” ist ein Musical mitten auf dem Kiez im Schmidts-Tivoli Theater.
An der Imbissbude “Heiße Ecke” trifft sich einfach ganz St.Pauli.
Mitten auf der Reeperbahn werden die typischen Kiez-Szenen gespielt: Die Jungesellenabschied feiernden Jungs Mikey, Frankie und Pitter, Manni der Zuhälter, ein altes Liebespaar namens Straube, Henning der Hehler, Wurstbraterin Hannelore von der Nachtschicht oder die Huren Sylvie, Martina und Nadja – alle diese Charaktere treffen sich in 24 Stunden an der “Heiße Ecke”. Das Stück an der fiktiven Currywurstbude spielt in einem statischen Bühnenbild und ist in 24 kleine Szenen unterteilt.
Vom Prinzip her eine coole Idee finde ich den Kiez einmal in einem Musical abzubilden, allerdings war ich von der Umsetzung nicht ganz so begeistert. Die Rollen waren doch sehr schabalonenhaft und die Witze alle mehr, als vorhersehbar. Mich hätte es nicht gestört, wenn die Charaktere doch etwas origineller gestaltet worden wären. Die Musikeinlagen waren zum Teil leider auch recht gewöhnungsbedürftig. Die Nummer “Reeperbahn”, die gleich zum Anfang und zum Ende hin gespielt wurde fand ich wirklich sehr cool. Bei allen anderen Nummern hatte ich aber doch echt Probleme zu verstehen, was eigentlich gesungen worden ist. Ob das nun an den Darstellern, dem Ton oder der Akustik lag kann ich leider nicht beurteilen. Die Musikeinlagen waren für mich ok, ganz solide gesungen aber leider ganz weit entfernt von umwerfend.
Was ich dafür umso beeindruckender fand ist, dass die 9-köpfige Besetzung in 50 verschiedenen Rollen spielt. Ich glaube es ist schon eine Kunst innerhalb von Minuten in einen komplett anderen Charakter zu schlüpfen und diesem Leben einzuhauchen.
Das Musical an sich macht wirklich einen sympatischen Eindruck und auch durch die Kulisse hat man gar nicht das Bedürfnis, dass wirklich alles perfekt sein muss. In der Kiez-Atmosphäre verzeiht man dann schonmal den ein- oder anderen Patzer … (-: Man darf einfach auf keinen Fall ein perfektes Musical erwarten. Im Vergleich mit anderen Musicals fällt die “Heiße Ecke” bei mir leider gnadenlos durch – als Hamburger, Neu-Hamburger oder Zugezogener sollte man das Stück auf jeden Fall mal gesehen habe.
Die Atmosphäre im Tivoli hat etwas Uriges: Im vorderen Bereich stehen viele Stühle und im hinteren Teil vermittelt das Theater ein wenig Zirkusfeeling. Auf abgerundeten Holzbänken sitzt man doch sehr eng und kuschelig an seinem Nachbarn, da hilft nur “Günther´s Gedeck” – mit Currywurst und Astra-Knolle.
Also, wie gesagt. Ich habe es jetzt einmal gesehen – und einmal reicht für mich auch eigentlich erstmal (-:
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Wie im echten Imbiss: An der “Heissen Ecke” bekommt man was für sein Geld. Reinschauen lohnt sich – und kleinere Mängel verzeiht man bei symphatischen Darstellern und kleinen Preisen gern.
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